Jedem System, ob Sonnensystem, Finanzsystem
oder Familiensystem, liegt eine ursprüngliche
Ordnung zugrunde. Es gibt eine Art kollektives Gruppengewissen,
das in Familien wirkt. Wenn nun jemandem ein Unrecht
geschehen ist, oder einer oder mehrere Mitglieder
des Systems ihren Platz verlieren, gibt es in der
Gruppe ein unwiderstehliches Bedürfnis nach
Ausgleich und Ordnung. Das heisst, dass Unrecht,
welches in früheren Generationen geschah, später
noch einmal von jemandem dargestellt und erlitten
wird, damit es endlich in Ordnung kommt.
Das ist
eine Art systemischer Wiederholungszwang. Dabei handelt
es sich um Verstrickungen zwischen Familienmitgliedern
des Systems. Je nach Schwere des Schicksals wirken
diese manchmal sogar über mehrere Generationen
hinweg. (Beispiel: Kennedey-Clan). Auch sühnen
später Geborene für eine Schuld, für
die keine Verantwortung übernommen wurde. Dabei
ist es unerheblich, ob der Verstrickte den Menschen,
dessen schlimmes Schicksal er in der Dynamik nachahmt,
gekannt hat oder nicht. Die Wirkungen solcher Verstrickungen
reichen von persönlichem Unglück, Kinderlosigkeit,
beruflichem Misserfolg bis zu Krankheiten oder Tod.
Ziele der Systemischen Familientherapie
In
dieser Therapie kann das Familiensystem mit Stellvertretern
im Raum aufgestellt und die Dynamik erkannt werden.
Die Schicksalsbindungen und ihre Folgen werden
damit überraschend klar sichtbar, fühlbar
und wahrnehmbar.
In bewegenden Schritten erhalten Ausgeschlossene
ihren Platz, werden früh Verstorbene geehrt
und frühere Bindungen in Würde gelöst.
Körperliche Krankheiten oder Probleme, sowie
bisher unbewusste zerstörerische Lebenskonzepte
erscheinen so in einem neuen Licht und vieles was
unabänderlich schien, kann zum Guten gewendet
werden.
Literaturempfehlung
- "Was ist nur los mit mir?"
von
Dr. med. Ilse Kutschera / ISBN 3-466-30595-0
- "Was die Seele krank macht und was sie heilt"
von Thomas Schäfer /
ISBN 3-426-77769-X
- "Ohne Wurzeln keine Flügel"
von Dr. Bertold Ulsamer / ISBN 3-442-14166-4
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